
- Feuerwehren
Haslach: „Durchschnittlich ein bis zwei Einsätze pro Woche“
Feuerwehr hat 24 Menschenleben gerettet – Siegfried Hinterschnaiter nun Ehrenmitglied
Traunstein, Haslach. Beeindruckende Jahresberichte präsentierten die Verantwortlichen des Feuerwehrvereins und der aktiven Feuerwehr im Rahmen der diesjährigen Generalversammlung der Feuerwehr Haslach. Rund 4.500 Stunden brachten die Floriansjünger für die Allgemeinheit auf und haben bei 69 Einsätzen 24 Menschenleben retten können beziehungsweise Erste Hilfe geleistet. Traunsteins Feuerwehrreferent Andreas Kaiser, Kreisbrandinspektor Martin Schupfner und Traunsteins Kommandant Christian Schulz würdigten die hohe Professionalität der „Haslacher Floriansjünger“. Siegfried Hinterschnaiter wurde für sein „Lebenswerk Feuerwehr“ zum Ehrenmitglied ernannt. Das 150-jährige Jubiläum wird im Juli 2027 mit einem Festwochenende gefeiert.
„Bewährtes bewahren und Neues versuchen“ so das Kredo des im letzten Jahr neugewählten Vereinsausschuss für die Vereinstätigkeiten im vergangenen Jahr. Vorstand Ferdinand Wernberger informierte unter anderem darüber, dass im vergangenen Jahr ein „Ehemaligen Stammtisch“ ins Leben gerufen wurde, der sich großer Beliebtheit erfreut und regelmäßig rund 20 Teilnehmer zählt. Gleichzeitig beteiligte man sich an zahlreichen Festen und Feiern im Ort, der Stadt und der gesamten Region und konnte selbst wieder einige Veranstaltungen wie das Dorffest, gemeinsam mit den Haslacher Ortsvereinen, auf die Beine stellen.
Meistpreis bei der Kegelmeisterschaft
Dem Feuerwehrverein gehören derzeit 198 Mitglieder an. Davon bilden 60 Frauen und Männer die aktive Mannschaft und die Jugendgruppe hat derzeit 16 Mitglieder. Als „herausfordernd“ bezeichnete der Vorstand die Suche nach einer Unterstellmöglichkeit des „Alten Löschfahrzeugs“, dessen Interessensgemeinschaft derzeit 15 Unterstützer hat. Mit dem historischen Löschfahrzeug habe man sich unter anderem beim Oldtimertreffen der Brauerei Wochinger beteiligt.
Einen Überblick über das Vereinsjahr lieferte Schriftführer Christian Mehringer und erinnerte an das Bosna- und Glühweinfest am Feuerwehrhaus im Januar, die gemeinsame Aktion Christbaum in Traunstein und Surberg, die Kegelmeisterschaft bei der die Haslacher mit 38 Startern den Meistpreis gewannen, die Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Feuerwehr Hochberg, die Beteiligung der Feuerwehr am Frühlingsfest Traunstein, die Beteiligung am Schulfest in Haslach sowie das gutbesuchte Haslacher Dorffest.
„Wir beteiligten uns auch am Gründungsfesten in Eisenärzt und Vachendorf und waren am Tag der Vereine gemeinsam mit der Feuerwehr Wolkersdorf in Traunstein mit dabei“, so der Schriftführer und ergänzte mit einem Augenzwinkern „beim Fußballturnier im Rahmen des Sommerfestes des Freizeitsportvereins besiegte die Jugendgruppe der Feuerwehr das Team der Aktiven Feuerwehr im Finale. Unser Nachwuchs ist somit als Turniersieger vom Platz gegangen“. Darüber hinaus beteiligten sich die Haslacher mit einem bunten Programm an der „Langen Nacht der Bayerischen Feuerwehren“ und konnten sich über regen Zuspruch freuen.
Die Feuerwehr belegte mit 122 Startern beim Dorfschießen hinter den Sportlern des Freizeitsportvereins Haslach den zweiten Meistpreis. Die „Prämie“ wurde in Form eines geselligen Abends gemeinsam mit dem Sportverein beim “Bradlessen” im Angerbauerhof eingelöst. Ein weiteres Highlight im Vereinsjahr war der Ausflug mit dem Zug in die Bayerische Landeshauptstadt. Neben einem kleinen kulturellen Rahmenprogramm, das in drei Gruppen rund um den Marienplatz organisiert wurde, sorgte insbesondere die Besichtigung der „Feuerwache 4“ in Schwabing für Begeisterung unter den 43 Mitreisenden. Die traditionelle Weihnachtsfeier mit Christbaumversteigerung rundete das aktive Vereinsleben der Feuerwehr Haslach ab.
Feuerwehr rückte zu 33 Brandalarmen aus
Kassier Jakob Geisler lieferte einen Überblick über die grundsoliden Vereinsfinanzen und informierte die Mitglieder über die Einnahmen und Ausgaben im vergangenen Vereinsjahr, und dankte allen Förderern und Spendern. Die Versammlungsteilnehmer wurden außerdem zur Abstimmung über die Anpassung der Vereinsbeiträge gebeten. Einstimmig wurden die Vorschläge der Vorstandschaft angenommen.
„Bei 33 Bränden, 23 Technischen Hilfeleistungen, sechs Gefahrguteinsätzen, drei Sicherheitswachen und vier sonstigen Tätigkeiten hatte unsere Aktive Mannschaft im vergangenen Jahr alle Hände voll zu tun“, betonte Kommandant Klaus Kropp. Mit 940 Einsatzstunden liege man knapp hinter dem Vorjahr. Bei den Aufgaben waren die Haslacher Feuerwehrleute mit der gesamten Bandbreite an Gefährdungslagen konfrontiert.
Feuerwehreinsatz in den überregionalen Medien
Vom Umweltschutzeinsatz bis zum Großbrandalarm waren die Haslacher in sehr vielfältiger Weise gefordert. „Ein tierischer Einsatz hat es sogar in die überregionalen Medien geschafft“, schmunzelte der Kommandant. Eine Schnecke war in einen Elektroverteilerkasten eingedrungen und hatte dort einen Kurzschluss verursacht. „Für den Eindringling kam jede Hilfe zu spät, dennoch ist dieser Einsatz unter anderem im BR-Vorabendprogramm präsentiert worden“.
Als fordernde Einsätze bezeichnete der Aktiven-Chef auch die Evakuierung der Physiotherapieschule, weil dort ein Gasaustritt vermutet wurde oder einen brennenden PKW auf einem Anhänger. „Dank unseres zielgerichteten Handelns konnte eine Ausbreitung auf die angrenzende Zimmerei gerade noch verhindert werden“, so Klaus Kropp.
Ein Zimmerbrand mit Menschenleben in Gefahr zählte ebenfalls zu den besonders fordernden Einsätzen des vergangenen Jahres. Am Heiligen Abend wurde die Feuerwehr noch zur Unterstützung in Traunsteins wegen eines brennenden Adventskranzes gerufen. Als „sehr belastend“ bezeichnete Klaus Kropp einen schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 306. Für zwei Menschen kam dort jede Hilfe zu spät.
Mehr als 2.700 Ausbildungsstunden
Sehr aktiv waren die Feuerwehrleute auch im Bereich „Übung und Ausbildung“. In 62 Übungsabenden wurden neben den Grundlagenthemen auch zahlreiche Sonderaufgaben trainiert. Teilgenommen hatte man auch bei einer größeren Übung am Traunsteiner Bahnhof. Dort wurde insbesondere die Evakuierung eines Zuges trainiert.
Darüber hinaus wurden von den Mitgliedern 24 unterschiedliche Lehrgänge des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein oder an der Landesfeuerwehrschule besucht. 17 Aktive stellten sich außerdem dem Leistungsabzeichen „Technische Hilfeleistung“. Insgesamt wurden 2.702 Stunden für in die Ausbildung investiert.
Die Umstellung auf die digitale Alarmierung ist bei der Feuerwehr Haslach mittlerweile vollständig vollzogen und die neue Sirene wurde ebenfalls bereits installiert. In diesem Jahr erwartet die Feuerwehr noch einen Rettungszylinder, der die Ausrüstung zur Technischen Hilfeleistung ergänzt.
Sehr aktive Jugendarbeit
Jugendwart Andreas Kropp lieferte einen Überblick über das Jahr aus Sicht des Nachwuchses. Derzeit sind 16 Buben und Mädchen in der Jugendgruppe aktiv. Insgesamt gab es 27 Ausbildungstermine oder sonstige Veranstaltungen. Die Jugendlichen besuchten unter anderem die Brandsimulationsanlage in Traunreut, beteiligten sich unter anderem mit einem Spritzenhäusl am Dorffest, organisierten eine Grillfeier, beteiligten sich am Zeltlager und am Tag der Jugendfeuerwehr des Kreisfeuerwehrverbandes Traunstein in Seebruck sowie am Nachwuchstag der Feuerwehren in der Großen Kreisstadt. Sieben Jugendliche waren außerdem beim Wissenstest erfolgreich.
Traunsteins Feuerwehrreferent Andreas Kaiser lobte in seinem Grußwort das Engagement der Haslacher Feuerwehrleute und betonte, „im Ehrenamt ist jeder für jeden da und das ist auch nötig“. Kreisbrandinspektor Martin Schupfner dankte den Mitgliedern insbesondere für die sehr gute Zusammenarbeit und machte Werbung für den Tag der Jugendfeuerwehr, der in diesem Jahr am 19.7. in Pietling begangen wird. Traunsteins Kommandant Christian Schulz nutzte sein Grußwort dazu, um insbesondere Danke für die Unterstützung bei den zahlreichen Großveranstaltungen in der Stadt Traunstein zu sagen.
Josef Wernberger erhält das Bayerische Feuerwehrehrenzeichen
Quirin Eisenreich wurde durch Klaus Kropp zum Feuerwehranwärter und Jakob Geisler zum Feuerwehrmann ernannt. Sebastian Schuhbeck und Florian Kropp wurden zu Hauptfeuerwehrmännern befördert. Gewürdigt wurden auch Melanie Egger für ihre zehnjährige Dienstzeit, Markus Egger, Johann Gfaller, Dr. Christina Schreiner und Martin Widmann für 20 Jahre aktiven Dienst, Andreas Neuner für seine 30-jährige aktive Dienstzeit. Das Bayerische Feuerwehrehrenkreuz in Silber wurde Josef Wernberger jun. für seine 25-jährige Dienstzeit durch den Kreisbrandinspektor Martin Schupfner überreicht.
Josef Wernberger sen., Rupert Geistanger, Mathäus Mörtl, Josef Windfellner sind im vergangenen Jahr aus dem aktiven Dienst ausgeschieden. Sie erhielten aus den Händen des Kommandanten sowie des Feuerwehrreferenten die dazu gehörende Urkunde, verbunden mit einem Dank für das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement.
Siegfried Hinterschnaiter wurde zum Ehrenmitglied ernannt
Johann Schützinger erhielt eine Ehrung für seine 60-jährige Vereinstreue und Josef Hinterschnaiter, Siegfried Hinterschnaiter, Josef Wernberger, Martin Thullner, Rupert Geistanger wurden für 50 Jahre Mitgliedschaft mit einer Urkunde und mit der goldenen Vereinsnadel gewürdigt. Johann Wuppinger und Walter Schier sind seit 25 Jahren Fördermitglieder und erhielten dafür die Ehrennadel in Bronze.
Begleitet mit kräftigem Applaus der Versammlungsteilnehmer wurde Siegfried Hinterschnaiter als Ehrenmitglied für sein „Lebenswerk Feuerwehr“ ernannt. In der Laudatio würdige Vorstand Ferdinand Wernberger seine vielfältigen Verdienste in der aktiven Laufbahn, insbesondere nannte er seine Laufbahn ALS erster Vorstand von 2005 bis 2014. In seine Zeit fällt die Einführung einer neuen Satzung, einer Vereinsordnung sowie der Eintrag ins Vereinsregister. Darüber hinaus hat er sich zur Gewinnung neuer Fördermitglieder stark gemacht und den Verein auf eine solide finanzielle Basis gestellt.
Den Abschluss des Abends bildete die Konzeptpräsentation zu den geplanten Feierlichkeiten im Jahr 2027. Ferdinand Wernberger präsentierte das geplante Grobkonzert anlässlich des 150-jährigen Gründungsfestes der Feuerwehr Haslach. Geplant ist ein Festwochenende zwischen 9. und 11. Juli mit einem bunten Programm. Hob
Text
Hubert Hobmaier
Kreisfeuerwehrverband Traunstein
Bilder
Christian Mehringer (Feuerwehr Haslach)
Teils Archiv (Hobmaier, KFV Traunstein, Feuerwehr Haslach